19.05.2012 -

Verbot von Kleinkredit-Werbung soll Jugendliche schützen

Mittwoch, den 22. Februar 2012 um 16:12 Uhr
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Verbot von Kleinkredit-Werbung soll Jugendliche schützen

(Urheber: Benjamin Thorn / pixelio.de)

Immer mehr Jugendliche geraten in die Schuldenfalle. Die 18- bis 25-Jährigen machen inzwischen ein Drittel der verschuldeten Personen in der Schweiz aus. Dabei erweist sich das Problem als hartnäckig: Rund die Hälfte der jungen Leute, die 2006 verschuldet waren, waren es laut einer Studie fünf Jahre später immer noch. Auch eine weitere Zahl alarmiert: 44 Prozent der Sozialhilfebezüger sind zwischen 18 und 25 Jahre alt.

Das vermeintlich süsse Leben auf Pump soll jungen Leuten in aggressiver Kredit- und Leasing-Werbung schmackhaft gemacht werden. „Mit Credit-now oder Lease-now gehen Ihre Träume in Erfüllung“, wird jungen Konsumenten etwa vorgesäuselt. Verschwiegen wird dabei, dass es mit der Träumerei sehr schnell vorbei sein kann. Spätestens dann, wenn Schulden nicht mehr beglichen werden können und Kreditinstitute ihre fälligen Kreditraten eintreiben. Es droht ein Teufelskreis, aus dem Überschuldete nur schwer ein Entrinnen finden.

Gegen dieses Problem möchte die Politik jetzt etwas tun. Als eine Massnahme will das Schweizer Parlament ein Verbot von Werbung für Kleinkredite durchsetzen. Ende 2011 stimmten der National- und Ständerat einer parlamentarischen Initiative mit dieser Forderung zu. Nun muss die Wirtschaftskommission des Nationalrats eine entsprechende Gesetzesvorlage ausarbeiten.

Umfassende Prävention gefordert

„Es ist eine Anerkennung des Problems, dass die Jungen sich immer mehr verschulden“, so die Nationalrätin Josiane Aubert (SP/VD), von der die Parlamentarische Initiative stammt. Daneben sind weitere Schritte geplant. So sollen die Kreditinstitute verpflichtet werden, einen Teil ihrer Gewinne in nationale Präventionsprogramme zu stecken. Ausserdem soll der Bundesrat eine Erhebung zur Verschuldung der Schweizer Haushalte und speziell der Jugendlichen erstellen.

Josiane Aubert gesteht ein, dass angesichts des Internets ein flächendeckendes Werbeverbot kaum durchzusetzen ist. Für sie ist auch ein Modell wie in Belgien denkbar. Dort müssen in Kreditinseraten Warnhinweise angebracht werden, dass das Ausleihen von Geld auch Geld kostet.

Während sich Vertreter der Kreditbranche über die härteren Regeln wenig erfreut zeigen, begrüssen Verbraucherschutz-Organisationen die Massnahmen. „Die Werbung führt zu einem unnötigen Konsum und stellt Kredite als folgenlos und ohne Konsequenzen dar“, so Florence Bettschart, Juristin beim Westschweizer Konsumentenforum (zit. n. www.swissinfo.ch).

Konsumkredite sind für die Situation der verschuldeten Jugendlichen jedoch nicht allein und primär verantwortlich. Laut Experten ist das Problem vielschichtiger zu sehen. Typischerweise tritt Verschuldung im Moment der Abnabelung vom Elternhaus und dem Eintritt ins Erwerbsleben ein. Diese Phase birgt spezifische Risiken, die für Verschuldung anfällig machen. Sozialdienste fordern daher eine umfassendere Prävention. Viele städtische Kantone haben bereits reagiert und bieten spezialisierte Dienste an, um Verschuldete zu unterstützen.

Quellen:

www.swissinfo.ch

Werbeverbot für Kleinkredite: Nationalrätliche Kommission soll Gesetzesentwurf ausarbeiten

Weiterführende Links:

www.schuldeninfo.ch

www.schuldensanierung-beo.ch

www.schulden-bremse.de

www.konsumentenschutz.ch

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Weiterlesen http://newsbloggers.ch/2012/02/22/verbot-von-kleinkredit-werbung-soll-jugendliche-schutzen/

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